Nistkastenbau
Nistkastenpflege
Aufhängung
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Besonders wichtig bei der Konstruktion einer Brutröhre ist, dass diese künstliche Nistmöglichkeit dem natürlichen Brutplatz möglichst nahe kommt. Meines Erachtens hat sich die einfache Niströhre nach Schwarzenberg am besten bewährt.

Die Form der Röhre ist unbedeutend, sie kann rund, viereckig, sechseckig oder achteckig sein. Als Baumaterial muss in jedem Fall Holz verwendet werden (keine Abflussrohre aus Kunststoff oder dergleichen). Die Ummantelung zum Schutz gegen Regen sollte aus einer guten Dachpappe bestehen.


(Skizze1)
Schnitt durch eine Steinkauz-Brutröhre nach 8-10 Bruten ohne Reinigung mit dem typischen Gewölleberg.

Aufbau der Röhre
(siehe Skizze1)

Der Vorraum (a) vor dem Einschlupfloch sollte mindestens 130-150 mm tief sein und nach unten geschlossen sein. Er dient den Alttieren als geschützter Ruheplatz mit der Möglichkeit bei Gefahr im Brutraum zu verschwinden. Weiterhin benutzen Jungtiere ihn gern als Sitzplatz bei der Fütterung.

Das Einschlupfbrett (b) sollte aus Hartholz gefertigt sein. Es bietet sich an, zwei Bretter von 25 mm Stärke zu verleimen, da das Holz sonst reißen kann und eine Gefahrenquelle für die Käuze bilden würde. Der Einschlupf von 65-67 mm Durchmesser und einer Holzstärke von 50 mm verhindert das Eindringen von Dohlen.

Ein Wort zur Mardersicherung: Erwiesenermaßen überwinden Marder sogenannte „Mardersicherungen“. Für die Steinkäuze stellen diese nutzlosen Sicherungen hingegen eine erhebliche Behinderung dar. Ich habe 1980/81 Versuche mit 20 „mardersicheren“ Röhren durchgeführt. Einzige Folge war, dass 14 Brutpaare ihren Brutplatz und das Biotop verlassen hatten. Sechs Brutpaare blieben in der zweiten einfachen Röhre und nur vier Brutpaare hatten die „mardersichere“ Röhre angenommen. Ich habe deshalb nach 1981 keine „mardersicheren“ Röhren mehr aufgehängt - ohne dass Marder den Bestand gefährdet hätten. Meines Erachtens schadet eine Mardersicherung mehr als sie nutzt.


Skizze 2

Der Endverschluss der Niströhre (c) muss fest verschlossen sein. Bei einer Kontrolle darf die Röhre keinesfalls von hinten geöffnet werden, da andernfalls die Nestunterlage - also das Nest des Steinkauzes - zerstört würde (siehe Skizze 2). Die Röhre darf deshalb stets nur von der Seite geöffnet werden. Grundsätzlich ist zu beachten, dass sich jede Störung am Brutplatz negativ auf die Erhaltung der Vogelart auswirkt.

Die erste Einstreu in einer neuen Brutröhre (d) hat ein Volumen von etwa zehn Litern und besteht aus folgender Mischung: altem Sägemehl von Laubhölzern (keine Späne!) ca. 80 Prozent, Mulm aus verrottetem Laubholz ca. zehn Prozent, Rindenmulch (fein gemahlen) ca. fünf Prozent und Kompost (erdfeucht) ca. fünf Prozent.

 

Nistkastenpflege

Die Nistkastenpflege sollte sich grundsätzlich auf den äußeren Dachpappenmantel und die intakte Aufhängung der Röhre beschränken. Das Milieu während der Jungenaufzucht ist sehr empfindlich. Durch eine zu geringe Einstreu in eine neue Röhre bzw. durch die spätere unsinnige Entfernung und Reinigung der natürlichen Nestunterlage wird es aus dem Gleichgewicht gebracht.

Seit 1982 habe ich die Niströhren nicht mehr gereinigt und dabei die Erfahrung gemacht, dass keine Kloake mehr entsteht. Der natürliche Gewölleberg (d) saugt übermäßige Feuchtigkeit auf.

Aufhängung von Nistkästen
(Meine Erfahrungen mit der Aufhängetechnik)

Die Niströhre sollte in drei bis fünf Metern Höhe aufgehängt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Öffnung nicht nach Westen zeigt. Zur Anbringung ist jeder Baum geeignet. Die Röhre darf nicht über offenen Gewässern, Bächen oder Gräben aufgehängt werden.

In der gängigen Literatur wird noch immer empfohlen, Steinkauzröhren auf einem Ast zu befestigen (siehe Skizze 3). Begründet wird dies damit, dass Jungtiere so besser vor dem Herunterfallen geschützt seien. Diese Art der Montage hat aber meines Erachtens gravierende Nachteile:

Jeder Ast wächst in der Stärke und die Befestigung wird dabei zwangsläufig unter Spannung gesetzt bis sie reißt.

Zwischen Ast und Röhre bleibt es feucht, so dass das Holz der Röhre schnell fault und auch der Baum in Mitleidenschaft gezogen wird.
Die Röhre ist immer mehr oder weniger nach hinten geneigt, da es kaum waagerechte Äste gibt. In der Folge regnet es in den Eingangsbereich.Zudem werden Einstreu und Gewölle nach hinten getreten und die Kot aufsaugende Fläche verringert sich.

Für eine hängende Montage der Röhre (siehe Skizze 4) spricht hingegen, dass
a) alle oben genannte Nachteile entfallen.
b) die Niströhren wesenlich länger benutzt werden können und nach 20 Jahren noch voll funktionsfähig sind.

Das Argument, heruntergefallene Jungtiere könnten den Brutplatz nicht mehr erreichen,ist so nicht haltbar. Nach meinen Beobachtungen werden bei beiden Aufhängetechniken die Jungkäuze ohne Unterschied flügge. Wesentlich wichtiger ist, dass inder Nähe des Brutbaumes ein passender Unterschlupf vorhanden ist (Holzstapel, Steinhaufen etc.).

Links

Für Fragen und Anregungen stehe ich immer gern zur Verfügung, bitte wenden Sie sich per Email an mich. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter den angeführten Links.

http://www.w-rusch.de

http://www.eulenmanie.de