Lebensraum
 


Der Steinkauz braucht zur Arterhaltung dreierlei: ausreichend Nahrung, genügend Ruheplätze und einen Brutplatz.

Ausreichend Nahrung findet der Kauz auf kurzrasigen Viehweiden, in Gärten, auf Brachflächen und auf Weg- und Ackerrändern. Diese Flächen müssen jedoch extensiv genutzt sein. Überdüngung mit mineralischem Dünger tötet die Hauptnahrung des Steinkauzes außerhalb des Winters, den Regenwurm. Weiden, die für die Schweinehaltung genutzt werden, bieten dem Steinkauz kein ausreichendes Nahrungsangebot. Das Jagdrevier sollte nicht von Autostraßen und Eisenbahnstrecken zerschnitten sein. Zudem benötigt der Steinkauz Jagdansitze wie Baumreihen und besonders Zaunpfähle.

Als Ruheplätze für den Kauz sind vor allem offene Gebäude, Schuppen, Viehställe und Bäume mit Hohlräumen geeignet.

Bauernhof mit Streuobstwiese
Viehweide mit Kopfbaumreihe

Einen Brutplatz findet der Steinkauz in hohlen Obst- und Kopfbäumen, sowie in Gebäuden (hinter Verschalungen, im Mauerwerk etc.). Fehlen diese Voraussetzungen, kann mit einem geeigneten Nistkasten geholfen werden.

Der geeignetste Lebensraum für den Steinkauz ist demnach:

a) Entweder ein angemessen gepflegtes, landwirtschaftliches Anwesen mit den entsprechenden Scheunen, Remisen und Schuppen. Dazu sollte eine Streuobstwiese mit alten, hochstämmigen Obstbäumen in einer Größe von mindestens 2500 Quadratmetern sowie ein Gemüsegarten gehören. Auf der eingezäunten Streuobstweide werden Schafe, Jungrinder oder Pferde gehalten. Die Obstbäume sind gegen Viehtritt und Verbiss entsprechend abgesichert. Es werden keine Pestizide eingesetzt. Viehtränken sind so abgesichert, dass Jungkäuze nicht ertrinken können. Der Hof sollte sich mindestens 1000 Meter von der nächsten Durchgangsstraße entfernt befinden.

b) Oder in der Umgebung des Hofs sollte sich eine abseits jeglicher Bebauung gelegene Viehweide von etwa 20.000 Quadratmetern Grundfläche befinden. Im besten Fall ist diese eingegrünt mit einer Wallhecke (Knick) und durch Altbäume aufgelockert (Überhälter). Eine Reihe von Kopfbäumen, von denen wenigstens fünf die entsprechenden Hohlräume besitzen, sind als Ruheplätze wünschenswert. Eine Schutzhütte für das Vieh ist vorteilhaft, aber nicht Voraussetzung.